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INTURO-Fachschulung im Landkreis Ravensburg

  • vor 32 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Am 10. Juni 2026 führte das INTURO-Team des BVSR-Mitglied Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg (VDSR-BW), eine Fachschulung für Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager, Sozialarbeitende sowie Fallmanagerinnen und Fallmanager des Landkreises Ravensburg durch. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten des Jobcenters Ravensburg statt.



Die Schulung machte deutlich, dass der Bedarf an Fachwissen über die Lebensrealitäten von geflüchteten Roma aus der Ukraine weiterhin sehr hoch ist. Gleichzeitig stehen viele Kommunen und Landkreise vor großen Herausforderungen: Personalwechsel, unbesetzte Stellen und steigende Anforderungen führen dazu, dass Beratungs- und Unterstützungsangebote häufig an ihre Grenzen stoßen. Dennoch benötigen die betroffenen Familien weiterhin intensive Begleitung bei Fragen zu Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe.



Mit dem Projekt INTURO unterstützt der VDSR-BW Kommunen, Landkreise und soziale Einrichtungen durch Schulungen, Beratungen, Workshops und Informationsveranstaltungen. Ziel ist es, Fachkräfte für die besonderen Herausforderungen und Lebenslagen geflüchteter Roma zu sensibilisieren und gemeinsam nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln. Das Projekt wird durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg gefördert. Seit Projektbeginn konnten bereits über 1.100 Fachkräfte in mehr als 45 Schulungen erreicht werden. Darüber hinaus wurden zahlreiche Online- und Vor-Ort-Beratungen in Kommunen in ganz Baden-Württemberg durchgeführt. (sinti-roma.com)

Die Arbeit mit geflüchteten Roma erfordert nicht nur Fachwissen, sondern auch ein Verständnis für historische und gesellschaftliche Zusammenhänge. Die Geschichte der Roma in Europa umfasst über 600 Jahre und ist geprägt von Ausgrenzung, Diskriminierung und Antiziganismus. Viele Roma aus der Ukraine haben bereits in ihrem Herkunftsland Benachteiligung erfahren und bringen diese Erfahrungen in ihren Integrationsprozess mit. Deshalb lassen sich komplexe Fragestellungen nicht in wenigen Stunden erklären oder lösen – sie erfordern Zeit, Austausch und eine reflektierte Haltung.


Aus diesem Grund plant das INTURO-Team künftig zweiteilige Qualifizierungsangebote für

Fachkräfte:


📌 Modul 1: Geschichte, Hintergründe und Lebensrealitäten

  • Geschichte der Roma in Europa und der Ukraine

  • Antiziganismus und seine Auswirkungen

  • Flucht- und Migrationserfahrungen

  • Herausforderungen bei Integration und Teilhabe

  • Handlungsempfehlungen für die Praxis


📌 Modul 2: Fallarbeit und Strategieentwicklung

  • Besprechung konkreter Praxisfälle

  • Reflexion eigener Erwartungen und Handlungsmuster

  • Analyse mit Methoden wie dem „Circle of Influence“ nach Stephen Covey oder

  • Entwicklung gemeinsamer Lösungsstrategien

  • Planung nachhaltiger Unterstützungsangebote vor Ort


Ergänzend sind gemeinsame Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote direkt bei den Familien geplant. Diese sollen im Tandem mit lokalen Akteuren durchgeführt werden, um unterschiedliche Themen und Anliegen unmittelbar vor Ort aufzugreifen und praxisnahe Unterstützung zu ermöglichen.

Integration gelingt dort am besten, wo Wissen, Verständnis und Zusammenarbeit zusammenkommen. Deshalb setzen wir uns weiterhin dafür ein, Fachkräfte zu stärken, Vorurteile abzubauen und nachhaltige Brücken zwischen Institutionen und den betroffenen Familien zu schaffen.




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