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Letzter Halt – Auschwitz!


Sandor Lehmann

Der Festsaal im Alten Rathaus in München war mehr als gut besucht an diesem 21. März 2023.

Anlässlich des 80. Jahrestages der Märzdeportationen der Deutschen Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau begrüßten Polizeipräsident Thomas Hampel und Alexander Diepold (Madhouse München, Bundesvereinigung der Sinti und Roma e .V.) die Besucher zu der multimedialen Collage „Letzter Halt – Auschwitz!“, einer Kooperation von MADHOUSE München, Beratungs- und Kulturzentrum für Sinti und Roma, dem Polizeipräsidium München in Zusammenarbeit mit Münchner Blaulicht e.V. -Polizeiverein für Prävention und Bürgerbegegnungen sowie der Fachstelle für Demokratie und mit Unterstützung des Kulturreferats der Stadt München.


Unter der Regie von Gaby dos Santos spürt „Letzter Halt – Auschwitz!“ nach, was die Deportation, dieser kalte Befehl zur Vernichtung, für die Betroffenen bedeutete: erst Ungewissheit, Angst – und dann die Hölle von Auschwitz. Die Münchener Sinti und Roma wurden am 8. März verhaftet und fünf Tage später, am 13. März in einem Zug abtransportiert. Die Schauspielerin Marion Niederländer und der Schauspieler, Rapper und Mediator Alexander Adler tragen Texte und Gedichte vor, es spielt das Sunny Franz Duo gemeinsam mit Sandor Lehmann (Gesang). Der 12-jährige Wesley Hugo Höllenreiner liest in O-Ton Einblendungen aus den Erinnerungen an das KZ-Leben seines Urgroßvaters. Es singt der Polizei Frauen Chor. Die Bilder im Hintergrund zeigen das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, aber auch die Opfer, Überlebende.


Hintergrund:

2021 wurde eine Studie zu Hass-Kriminalität durch das sozialwissenschaftliche Institut München veröffentlicht. Hier wurden auch Sinti und Roma aus München befragt und es wurde erschreckend deutlich: Sinti und Roma fühlen sich nicht nur nicht willkommen in München, sondern werden oft durch Fremdbezeichnungen beleidigt und erfahren häufiger als andere Gruppen Vorurteilskriminalität, werden häufiger Opfer von Hass-Kriminalität aufgrund ihrer Hautfarbe, ethnischen oder kulturellen Zugehörigkeit. Angezeigt werden diese Fälle aber selten bis gar nicht.

Als Folge der Studie wurde in München ein Austausch zwischen Selbstorganisation der Sinti und Roma und der Polizeibehörde angestoßen, der mit dieser Veranstaltung zum Gedenken an die März-Deportationen der Sinti und Roma nach Auschwitz 1943 einen weiteren Schritt zum gegenseitigen Verständnis macht.


Sunny Franz Duo, Sandor Lehmann


Marions Friedländer, Alexander Adler


Gaby dos Santos

Sandor Lehmann, Sunny Franz Duo

Polizei Frauen Chor



Alexander Diepold, Christian Ude, Hugo Höllenreiner


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